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Ich hatte Hildegund von E. vor knapp sechs Monaten als neue Hausdetektivin eingestellt und diese Entscheidung noch keine Sekunde bereut.
Heute endete ihre Probearbeitszeit. Nun stand sie nervös vor mir und hoffte auf eine unbefristete Übernahme. Die 61 Jahre sah man ihr überhaupt nicht an. Sie war 1,70 m groß und sehr schlank. Ihr fotogenes Aussehen führte gelegentlich sogar zu Buchungen als Fotomodell für Werbebeilagen unseres Hauses.
Ihrem Lebenslauf entnahm ich, dass sie altem aber längst verarmten, preußischen Landadel entstammte. Bis zum Ende der sechziger Jahre war sie ein professionelles Fotomodell gewesen. Als ihr Typ nicht mehr gefragt war, ging sie nach Mexiko und versuchte sich als Filmschauspielerin in sogenannten B-Movies.
Mitte der siebziger Jahre kehrte sie nach Deutschland zurück und schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch. Dank ihres guten Aussehens und wegen ihres sportlichen Ehrgeizes kam sie in den achtzigern als Aerobic-Trainerin in einem exklusiven Fitness-Studio unter. Zuletzt war sie nur noch für den Bereich Seniorengymnastik verantwortlich. Mit 58 kündigte ihr das Fitness-Studio betriebsbedingt.
Seitdem bewarb sie sich nach eigenen Angaben gut 50mal erfolglos. Meine Einladung zum ersten Vorstellungsgespräch verdankte sie vor auch ihrem attraktiven und sehr gepflegten Aussehen. Sie hatte ihrer Bewerbung sogar ein Ganzkörperfoto beigelegt.
Die Frage nach Kampfsport- oder Selbstverteidigungskenntnissen verneinte Hildegund von E., verwies aber auf ihre lange Aerobic- und Gymnastiktätigkeit. Sie war der Ansicht, dass sie allein dadurch den meisten Frauen und wohl auch einigen Männern in körperlichen Auseinandersetzungen überlegen sei. Meine anfängliche Skepsis verflog bereits nach zwei Monaten der Probearbeitszeit, als ich von einer handfesten Prügelei in der Dessousabteilung hörte, in deren Verlauf meine Neueinstellung einer randalierenden Ladendiebin büschelweise Haare ausgerissen und ein blaues Auge geschlagen hatte. Sie selbst hatte nach eigenen Angaben lediglich eine zerrissene Bluse zu beklagen.
Heute trug sie einen kurzen, beigen Tweedrock, der einen großzügigen Blick auf ihre noch sehr ansehnlichen, nur von einer hauchdünnen Strumpfhose verhüllten Beine eröffnete. Die flachen, braunen Gucci-Wildlederslipper betonten ihre schlanken Fesseln. An ihren Achseln zeichneten sich bereits Schweißflecken ab, die der dünne Stoff ihrer hellblauen Seidenbluse nicht verbergen konnte. Offensichtlich war sie sehr aufgeregt. Das glatte, platinblonde Haar, das sie zu einem Bob frisiert trug, saß allerdings perfekt.
- Nehmen Sie doch Platz, Frau von E., bat ich.
- Ja, gern Herr W.
Als sie sich hinsetzte, schlug sie die Beine übereinander und ich entdeckte oberhalb des Knies eine handbreite Laufmasche in Ihrer hautfarbenen Strumpfhose.
- Sie haben dort eine Laufmasche, sagte ich und deutete auf die Stelle.
- Oh, das habe ich gar nicht bemerkt.
- So etwas müssen Sie bemerken. Sie kennen die hohen Qualitätsansprüche unseres Hauses. Wenn das noch einmal vorkommt, fliegen Sie, ist das klar?
- Ja, natürlich Herr W. Es wird ganz bestimmt nicht wieder vorkommen. Entschuldigen Sie bitte vielmals.
- So nun bringen Sie sich in Ordnung und kümmern Sie sich auch um die Schweißflecken an ihren Achseln. In fünf Minuten sehen wir uns wieder in meinem Büro, verabschiedete ich sie.
Hastig und mit hochrotem Kopf stürzte Hildegund von E. aus meinem Büro. Fasziniert bewunderte ich das Muskelspiel ihrer schlanken aber muskulösen Waden, die noch immer ein deutliches Zeugnis ihrer jahrelangen Aerobicaktivitäten ablegten.
Hildegund von E. war es durch ihre unauffällige aber sehr effiziente Arbeitsweise gelungen, alle ursprünglichen Vorbehalte gegen die Einstellung einer Frau auszuräumen. Die Zahl der aufgedeckten Ladendiebstähle hatte sich seit Aufnahme ihrer Tätigkeit um etwa 20 % erhöht. Einer unbefristeten Übernahme stand demnach nichts im Weg. Dennoch musste Hildegund von E. wissen, dass ein perfektes äußeres Erscheinungsbild innerhalb unseres Unternehmens unabdingbar war, selbst wenn sie stets im Hintergrund und unauffällig agieren musste.
Sie begab sich sofort in die Strumpfabteilung, wählte eine neue, hautfarbene Strumpfhose in Größe 34 mit Zehenverstärkung, bezahlte diese an der Kasse und suchte die Umkleidekabinen auf um sich umzuziehen. Als sie sah, dass alle belegt waren, ging sie zu den Kundentoiletten.
Die Vorhaltungen von Herrn W. trieben ihr noch immer die Schamesröte ins Gesicht. Gerade heute, am letzten Tag ihrer Probearbeitszeit. Sie musste unbedingt übernommen werden. Ein festes, regelmäßiges Einkommen war mangels eigener ausreichender Vorsorge lebensnotwendig für sie. Zudem machte ihr die Arbeit Spaß.
Schnell schloss sie die Tür des WC-Abteils hinter sich, stieg aus Rock und Slippern, zog die kaputte Strumpfhose aus und schlüpfte in eine neue. Dann knöpfte sie ihre Bluse auf, nahm die kaputte Strumpfhose und tupfte sich ihre Achselhöhlen ab. Sie hatte sich fertig umgezogen und wollte gerade in ihre Slipper steigen, als in der Kabine nebenan etwas auf den Boden fiel und in die Abteilmitte rutschte. Es handelte sich um eine schwarze Lederjeans, die noch eine Diebstahlsicherung trug. Sofort griff eine schlanke Frauenhand nach der Hose. Blitzschnell setzte Hildegund von E. ihren dünn bestrumpften Fuß auf diese Hand und verlagerte ihr ganzes Gewicht darauf. Deutlich spreizten sich ihre feingliedrigen, rotlackierten Zehen unter dem dünnen Stoff der Strumpfhose. Der darauf folgende dumpfe Schmerzensschrei aus der Nachbarkabine veranlasste sie, ihren Fuß nur noch fester auf die fremde Hand zu drücken.
- Aua, nimm´ sofort deinen verdammten Fuß von meiner Hand, kreischte eine Frauenstimme.
- Nur wenn Sie mir den Kassenzettel zeigen, erwiderte Hildegund von E. ungerührt.
Die Fremde umfasste nun mit ihrer freien Hand den Fußknöchel der Detektivin und versuchte sie in die Zehen zu beißen. Entsetzt versuchte Hildegund von E. ihren Fuß zu befreien, doch die Unbekannte bohrte ihr ihre spitzen Fingernägel ins Fleisch. Hildegund von E. schrie auf und stieß ihr mit dem linken Fuß gegen den Hals. Sofort lies die Frau von ihr ab. Eilends stürzte die platinblonde aus ihrer Kabine und warf sich gegen die Nachbarkabine.
- Machen Sie sofort die Türe auf, befahl sie in schneidendem Ton.
- Leck mich, erwiderte die andere.
Hildegund von E. stürmte zurück in ihre Kabine, stieg auf den Toilettensitz, stellte sich auf ihre Zehenspitzen und spähte in die Nachbarkabine, wo sie eine ziemlich junge Frau, mit kurzen, feuerrot gefärbten Haaren, erblickte. Die Frau trug eine schwarze Lederjacke und hautenge, dunkle Jeans, die ihre schlanke Figur betonten. An Mund und Nase trug sie auffällige Piercings.
- Kommen Sie sofort da raus, oder es setzt was, herrschte die Platinblonde.
- Hol mich doch, gab das Girl zuckersüß zurück.
Hildegund von E. drohte der jungen Ladendiebin mit der Faust und überlegte fieberhaft, wie sie die freche Göre in die Finger bekam.
Hastig bückte sich die Detektivin nach ihrem Lederslipper und der kaputten Strumpfhose. Sie erhob sich wieder und begann vor den Augen des jungen Mädchens den Schuh in die Strumpfhose zu stopfen. Anschließend verknotete sie das ganze und schleuderte das Geschoß nach der mutmasslichen Ladendiebin ohne es jedoch loszulassen. Diese wich dem Wurf geschickt aus. Bevor Hildegund von E. das Wurfgeschoss zurück ziehen und erneut zielen konnte, fing die andere den Schuh blitzschnell auf. Im nächsten Augenblick zerrten beide Frauen wie besessen an der Strumpfhose. Die junge Frau war eindeutig im Vorteil, da sie Bodenkontakt hatte, während die Detektivin in Strümpfen keinen festen Halt auf dem glatten WC-deckel fand. Deutlich spannten sich die kleinen aber festen Muskeln an Armen und Beinen der älteren Frau. Als ihr die Kräfte schwanden, ließ sie die Strumpfhose einfach los. Durch den heftigen Schwung knallte die junge Frau mit dem Hinterkopf gegen die Kabinenabtrennung und taumelte benommen zu Boden.
Die Detektivin stürzte schnell aus ihrer Kabine, zog ihren Zeiterfassungschip aus der Rocktasche und steckte ihn in den schmalen Spalt unterhalb des Türgriffs. Er passte genau hinein. Sie drehte den Chip nach links, drückte den Türgriff und konnte die Türe einen Spalt aufstoßen. Sofort wurde die Türe von innen wieder zugedrückt. Hildegund von E. stemmte sich mit ihren ganzen 50 kg gegen die Tür ohne viel zu erreichen. Sie verfluchte sich dafür, keine Schuhe an den Füßen zu haben.
Nach etwa einer halben Minute gab die Tür plötzlich nach und die Detektivin stolperte überrascht in die Kabine, wo die junge Diebin sich mit erhobenen Fäusten auf die platinblonde Frau stürzte. Reflexartig riss sie ihre die Arme hoch und konnte zahlreiche der ungezielten Faustschläge abwehren. Sie begann nun selbst beide Fäuste gegen die Angreiferin zu schwingen, ohne einen entscheidenden Treffer zu landen. Beide Frauen waren offensichtlich unerfahren im Boxen. Da erinnerte sich die platinblonde Detektivin an eine Fernsehübertragung im Kickboxen. Blitzschnell zuckte ihr rechter Fuß hoch und traf die junge Frau genau in den Bauch. Die Rothaarige wurde nach hinten geschleudert und fiel laut stöhnend auf ihr Hinterteil.
Hildegund von E. setzte ihr nach, krallte beide Hände in die kurzen Haare der jungen Frau und zerrte sie aus der Kabine.
Mit einem heftigen Ruck riss sie der jungen Frau ein Büschel Haare aus und ging dann in die Knie, wobei sie der Diebin ihr Schienbein gegen den Hals drückte. Die junge Frau gab sich aber noch nicht geschlagen. Obwohl sie auf dem Boden lag und kaum noch Luft bekam, schwang sie ihr rechtes Bein nach oben und traf die ältere Frau mit dem Knie am Kopf.
Hildegund wurde kurzzeitig abgelenkt, als ihre Personalnummer über den Lautsprecher durchgesagt wurde und dass sie sich umgehend in der Personalabteilung melden solle. Sie duckte sich noch, so dass sie nur am Hinterkopf getroffen wurde. Dennoch war sie für einen Moment benommen, verlor ihr Gleichgewicht und strauchelte. Die Ladendiebin setzte sich blitzschnell auf, nahm die Detektivin mit dem rechten Arm in den Schwitzkasten und rang sie zu Boden.
Verzweifelt wand sich Hildegund von E. unter der jüngeren Frau. Diese hielt sie mit eisenhartem Griff umklammert.
- Na du alte Kuh, wer ist nun stärker, höhnte die Rothaarige.
Hildegund von E. bekam kaum noch Luft und antwortete mit einem unverständlichen Stöhnen. Panikartig fuhr ihre linke Hand in die Haare der jüngeren und zerrte ihren Kopf mit aller Kraft nach hinten. Gleichzeitig warf sie ihr linkes Bein nach vorne und schlang es der Rothaarigen um den Hals. Blitzschnell verschränkte sie ihre Fußknöchel und schloss die Beinschere um den Hals der Ladendiebin. Die schlanken aber durch jahrelangen Sport gestählten Beine der 61jährigen Frau schnürten der jüngeren abrupt die Sauerstoffzufuhr ab. Ihr wurde schwarz vor Augen und nach wenigen Sekunden verlor sie das Bewusstsein.
Hildegund von E. lockerte die Beinschere und blieb einige Sekunden schwer atmend auf dem Rücken liegen. Der Kampf hatte sie stärker angestrengt als ihr lieb war. Kurz darauf erhob sie sich, schob einen Fuß unter die junge Frau und rollte sie auf den Bauch. Dann nahm sie ihre kaputte Strumpfhose und band die Beine ihrer Gegnerin an den Kniekehlen fest zusammen. Auf Strümpfen hastete sie dann zum nächsten Personaltelefon und wählte mit zitternden Fingern die Nummer von Herrn W., dem Personalchef.
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